Verbindliche Übung: Digitale Grundbildung - Fragenkatalog

Verbindliche Übung „Digitale Grundbildung“

Mit September 2018 muss die verbindliche Übung „Digitale Grundbildung“ an den Neuen Mittelschulen und der AHS-Unterstufe gelehrt werden. Dazu gibt es einige Punkte, die beachtet werden müssen.

Der Unterricht kann entweder in eigenen Unterrichtsstunden oder in bereits existierenden Fächern abgehalten werden. Bei zwei bis vier Wochenstunden innerhalb von vier Jahren erwerben die Schüler dabei Wissen in den folgenden Bereichen:

Gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung

  • Digitalisierung im Alltag
    Schülerinnen und Schüler können die Nutzung digitaler Geräte in ihrem persönlichen Alltag gestalten, reflektieren die eigene Medienbiografie sowie Medienerfahrungen im persönlichen Umfeld, beschreiben mögliche Folgen der zunehmenden Digitalisierung im persönlichen Alltag.
  • Chancen und Grenzen der Digitalisierung
    Schülerinnen und Schüler kennen wichtige Anwendungsgebiete der Informationstechnologie und informationstechnologische Berufe, sind sich gesellschaftlicher und ethischer Fragen von technischen Innovationen bewusst, können die gesellschaftliche Entwicklung durch die Teilnahme am öffentlichen Diskurs mitgestalten.
  • Gesundheit und Wohlbefinden
    Schülerinnen und Schüler reflektieren, welche gesundheitlichen Probleme die übermäßige Nutzung von digitalen Medien nach sich ziehen kann, vermeiden Gesundheitsrisiken und Bedrohungen für das körperliche und seelische Wohlbefinden in Bezug auf digitale Technologien.

Informations-, Daten- und Medienkompetenz                 

  • Suchen und finden
    Schülerinnen und Schüler formulieren ihre Bedürfnisse für die Informationssuche, planen zielgerichtet und selbstständig die Suche nach Informationen, Daten und digitalen Inhalten mit Hilfe geeigneter Strategien und Methoden (z.B. Suchbegriffe), passender Werkzeuge bzw. nützlicher Quellen.
  • Vergleichen und bewerten
    Schülerinnen und Schüler wenden Kriterien an, um die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit von Quellen zu bewerten (Quellenkritik, Belegbarkeit von Wissen), erkennen unterschiedliche, auch widersprüchliche Wahrheitsansprüche, erkennen und reflektieren klischeehafte Darstellungen und Zuschreibungen in der medialen Vermittlung, können mit automatisiert aufbereiteten Informationsangeboten eigenverantwortlich umgehen.
  • Organisieren
    Schülerinnen und Schüler speichern Informationen, Daten und digitale Inhalte sowohl im passenden Format als auch in einer sinnvollen Struktur, in der diese gefunden und verarbeitet werden können.
  • Teilen
    Schülerinnen und Schüler teilen Informationen, Daten und digitale Inhalte mit anderen durch geeignete digitale Technologien, kennen die Grundzüge des Urheberrechts sowie des Datenschutzes (insb. das Recht am eigenen Bild) und wenden diese Bestimmungen an.

Betriebssysteme und Standard-Anwendungen               

  • Grundlagen des Betriebssystems
    Schülerinnen und Schüler nutzen die zum Normalbetrieb notwendigen Funktionen eines Betriebssystems einschließlich des Dateimanagements sowie der Druckfunktion.
  • Textverarbeitung
    Schülerinnen und Schüler geben Texte zügig ein, strukturieren und formatieren Texte, unter Einbeziehung von Bildern, Grafiken und anderen Objekten, führen Textkorrekturen durch (ggf. unter Zuhilfenahme von Überarbeitungsfunktionen, Rechtschreibprüfung oder Wörterbuch).
  • Präsentationssoftware
    Schülerinnen und Schüler gestalten Präsentationen unter Einbeziehung von Bildern, Grafiken und anderen Objekten, beachten Grundregeln der Präsentation (z.B. aussagekräftige Bilder, kurze Texte).
  • Tabellenkalkulation
    Schülerinnen und Schüler beschreiben den grundlegenden Aufbau einer Tabelle,
    legen Tabellen an, ändern und formatieren diese, führen mit einer Tabellenkalkulation einfache Berechnungen durch und lösen altersgemäße Aufgaben, stellen Zahlenreihen in geeigneten Diagrammen dar.

Mediengestaltung          

  • Digitale Medien rezipieren
    Schülerinnen und Schüler kennen mediale Gestaltungselement und können medienspezifische Formen unterscheiden, erkennen Medien als Wirtschaftsfaktor (z.B. Finanzierung, Werbung), nehmen die Gestaltung digitaler Medien und damit verbundenes kommunikatives Handeln reflektiert wahr: den Zusammenhang von Inhalt und Gestaltung (z.B. Manipulation), problematische Inhalte (z.B. sexualisierte, Gewalt verherrlichende) sowie stereotype Darstellungen in Medien.
  • Digitale Medien produzieren
    Schülerinnen und Schüler erleben sich selbstwirksam, indem sie digitale Technologien kreativ und vielfältig nutzen, gestalten digitale Medien mittels aktueller Technologien, ggf. unter Einbeziehung anderer Medien: Texte, Präsentationen, Audiobeiträge, Videobeiträge sowie multimediale Lernmaterialien, beachten Grundregeln der Mediengestaltung, veröffentlichen Medienprodukte in geeigneten Ausgabeformaten auf digitalen Plattformen (z.B. Blog).
  • Inhalte weiterentwickeln
    Schülerinnen und Schüler können Informationen und Inhalte aktualisieren, verbesse.rn sowie zielgruppen-, medienformat- und anwendungsgerecht aufarbeiten.

Digitale Kommunikation und Social Media           

  • Interagieren und kommunizieren
    Schülerinnen und Schüler kennen verschiedene digitale Kommunikationswerkzeuge, beschreiben Kommunikationsbedürfnisse und entsprechende Anforderungen an digitale Kommunikationswerkzeuge, schätzen die Auswirkungen des eigenen Verhaltens in virtuellen Welten ab und verhalten sich entsprechend, erkennen problematische Mitteilungen und nutzen Strategien, damit umzugehen (z.B. Cybermobbing, Hasspostings).
  • An der Gesellschaft teilhaben
    Schülerinnen und Schüler begreifen das Internet als öffentlichen Raum und erkennen damit verbundenen Nutzen und Risiken.
  • Digitale Identitäten gestalten
    Schülerinnen und Schüler gestalten und schützen eigene digitale Identitäten reflektiert, erkennen Manipulationsmöglichkeiten durch digitale Identitäten ab (z.B. Grooming), verfolgen den Ruf eigener digitaler Identitäten und schützen diesen.
  • Zusammenarbeiten
    Schülerinnen und Schüler wissen, wie cloudbasierte Systeme grundsätzlich funktionieren und achten auf kritische Faktoren (z.B. Standort des Servers, Datensicherung), nutzen verantwortungsvoll passende Werkzeuge und Technologien (etwa Wiki, cloudbasierte Werkzeuge, Lernplattform, ePortfolio).

Sicherheit            

  • Geräte und Inhalte schützen
    Schülerinnen und Schüler sind sich Risiken und Bedrohungen in digitalen Umgebungen bewusst, überprüfen den Schutz ihrer digitalen Geräte und wenden sich im Bedarfsfall an die richtigen Stellen, treffen entsprechende Vorkehrungen, um ihre Geräte und Inhalte vor Viren bzw. Schadsoftware/Malware zu schützen,
  • Persönliche Daten und Privatsphäre schützen
    Schülerinnen und Schüler verstehen, wie persönlich nachvollziehbare Informationen verwendet und geteilt werden können, treffen Vorkehrungen, um ihre persönlichen Daten zu schützen, kennen Risiken, die mit Geschäften verbunden sind, die im Internet abgeschlossen werden.

Technische Problemlösung

  • Technische Bedürfnisse und entsprechende Möglichkeiten identifizieren
    Schülerinnen und Schüler kennen die Bestandteile und Funktionsweise eines Computers und eines Netzwerks, kennen gängige proprietäre und offene Anwendungsprogramme und zugehörige Dateitypen.
  • Digitale Geräte nutzen
    Schülerinnen und Schüler schließen die wichtigsten Komponenten eines Computers richtig zusammen und identifizieren Verbindungsfehler, verbinden digitale Geräte mit einem Netzwerk und tauschen Daten zwischen verschiedenen elektronischen Geräten aus.
  • Technische Probleme lösen
    Schülerinnen und Schüler erkennen technische Probleme in der Nutzung von digitalen Geräten und melden eine konkrete Beschreibung des Fehlers an die richtigen Stellen.

Computational Thinking

  • Mit Algorithmen arbeiten
    Schülerinnen und Schüler nennen und beschreiben Abläufe aus dem Alltag, verwenden, erstellen und reflektieren Codierungen (z.B. Geheimschrift, QR- Code), vollziehen eindeutige Handlungsanleitungen (Algorithmen) nach und führen diese aus, formulieren eindeutige Handlungsanleitungen (Algorithmen) verbal und schriftlich.
  • Kreative Nutzung von Programmiersprachen
    Schülerinnen und Schüler erstellen einfache Programme in geeigneten Entwicklungsumgebungen, um ein bestimmtes Problem zu lösen oder eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, kennen unterschiedliche Programmiersprachen und Produktionsabläufe.

Für viele Lehrende kam die Verordnung zur Einbindung der verbindlichen Übung sehr rasch, wurde sie doch erst am 19. April 2018 erlassen und nur knapp vier Monate später muss diese Übung in ganz Österreich abgehalten werden. Materialien dazu sind noch Mangelware – eSquirrel kann da Abhilfe schaffen!

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